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Kameraberater

Im Kameraberater finden Sie nützliche Tipps zur Installation, Einrichtung und Anwendung Ihrer Videokamera.

Zur schnellen Hilfe bei Kameraauswahl und Planung Ihrer Videoanlage steht Ihnen unser Support-Team unter der Hotline 02433 - 964 25 80 gerne und kostenlos zur Verfügung!

7 Schritte für die Wahl der richtigen Kamera!


Unser Webshop bietet Ihnen zwei Hilfestellungen, um die richtige Kamera zu finden:

  • Die Filtersuche, die Sie auf der linken Seite der Artikelübersicht sehen (siehe Beispiel hier).
  • Und der Auswahlassistent, der Sie Schritt für Schritt zu der für Ihre Zwecke optimalen Kamera führt

Für die Auswahl der optimalen Videokamera sollten allerdings vorab einige Fragen beantwortet werden, sodass Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind und viele Jahre Freude daran haben. Folgende Punkte geben Ihnen ein paar wichtige Anhaltspunkte bei Ihrer Auswahl:

1. Einsatzort 

Wird die Kamera außen montiert, egal, ob sie direkter Nässe ausgesetzt ist oder regengeschützt installiert ist, sollte es eine IP66 oder IP67 klassifizierte Kamera sein. So ist sichergestellt, dass keine Nässe oder Feuchtigkeit in das Gehäuse dringt und die Kamera zerstört. Eine für den Innenbereich gedachte Kamera mag einige Zeit auch draußen funktionieren, aber es wird zwangsläufig nach einiger Zeit zum Ausfall kommen.

2. Einsatz bei Tag und bei Nacht 

Es muss klar sein, ob die Kamera auch nachts und in dunklen Räumen vernünftige Videos aufzeichnen soll oder ob sie nur bei Tag oder in ständig erhellten Räumen zum Einsatz kommt. Sogenannte IR (oder Nachtsicht) LED's senden ein Licht aus, das vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen wird, für den Kamerasensor aber taghell erscheint. Da sich die IR-Frequenz oberhalb des Farbspektrums bewegt, sind die Videos nicht mehr farbig, sondern schwarz/weiß.

Die in den Kameras eingebauten IR / Nachtsicht LED's haben unterschiedliche Reichweiten. Dies gilt es zu bedenken, wenn zum Beispiel ein Grundstück oder eine lange Einfahrt überwacht wird. Die Reichweite sollte im Außenbereich wenigstens 15-20 Meter betragen, im Innenbereich reichen in der Regel 5-10 Meter. Achten Sie auf das Symbol "Nachtsicht", und prüfen Sie die Reichweite der LED in dem Datenblatt der Kamera.

3. Spannungsversorgung der Kamera 

Die heutigen Kameras arbeiten zu 99% mit 12V Gleichspannung, das heißt es wird in der Regel ein Netzteil verwendet. Sollte am Installationsort der Kamera eine Steckdose oder andere Spannungsquelle vorhanden sein, so reicht es, wenn bis zur Kamera ein Datenübertragungskabel gelegt wird. (Später wird noch auf die WLAN-Übertragung eingegangen)

Wenn sich am Installationsort keine Spannungsquelle befindet, so gibt es die Möglichkeit der POE-Versorgung. POE heißt Power Over Ethernet und beschreibt die Spannung über das Netzwerkkabel. Hier wird die Versorgungsspannung der Kamera zusammen mit den Daten über das Netzwerkkabel geschickt. Voraussetzung hierfür ist eine POE taugliche Kamera (mittlerweile sind 80% der angebotenen Videokameras mit POE ausgerüstet) und ein sogenannter POE Switch.

4. Art der Übertragung 

Für die sichere Übertragung von Videosignalen bietet sich das Standard-Netzwerkkabel an - mit der Hilfe von Netzwerk Extendern lassen sich hierbei Längen von über 800 Metern erreichen! Es ist jedoch nicht überall möglich, ein zusätzliches Kabel zu verlegen. Für solche Fälle bieten sich WLAN Kameras an. Ihre Technologie ist sehr zuverlässig, obgleich die Reichweite immer noch stark von Wänden oder anderen Hindernissen abhängt. Für den Fall, dass die Kamera zu weit vom WLAN Router entfernt installiert ist, ist es möglich WLAN Repeater einzusetzen, um die Reichweite erhöhen.

5. Auswahl des Objektivs

Einer der wichtigsten Schritte ist die Auswahl des für den Anwendungszweck geeignetes Objektivs, damit der zu beobachtende Bereich von der Kamera auch wirklich erfasst wird. Eine Vielzahl von Kameras haben bereits ein sogenanntes "varifocal", also ein variables Objektiv, das einen großen Winkelbereich abdecken kann, zum Beispiel von 25° bis 90° einstellbar. Dies geschieht manuell oder mit motorisiertem Objektiv, das bequem vom PC aus ferngesteuert werden kann. Es sollte also vor dem Kauf einer Kamera festgestellt werden, welcher Winkel abgedeckt werden muss. Der folgende Link führt Sie zu einem Objektivrechner, bei dem Sie die maximale Entfernung und die Breite (oder Höhe) eingeben. Wichtig ist außerdem die Angabe des Kamerasensors, den Sie bei uns in allen technischen Details finden. Hier können Sie das passende Objektiv mit dem richtigen Beobachtungswinkel berechnen.

6. Live-Bild oder Aufnehmen?

Mit unseren Plug & Play Kameras (P2P) können Sie über eine App das Live Video direkt auf Ihrem Handy sehen - die Einrichtung ist in wenigen Minuten erfolgt. Doch was ist, wenn Sie sehen möchten, was vor 5 Minuten oder 2 Stunden passiert ist? Sie können auf dem Live Video zwar sehen, dass Ihre Haustüre offen ist, aber Sie wissen nicht, wie es dazu kam oder wie lange sie schon aufsteht. Um das Video auch aufzeichnen zu können benötigen Sie entweder eine SD-Karte in der Kamera oder einen angeschlossenen Rekorder. Bei einem integrierten SD Karteneinschub können Sie die SD Karte (in den meisten Fällen ist es eine Mikro-SD Karte) einfach einlegen, und die App greift darauf zu. Alternativ können Sie Ihre Kamera an einen Rekorder anschließen, der alle Videostreams aufzeichnet. Aufgrund der höheren Aufnahmekapazität ist das die Standardlösung bei professioneller oder gewerblicher Videoüberwachung. Auch hierbei lässt sich der Zugriff über eine App kontrollieren, nur dass die App nicht auf die Kamera, sondern auf den Rekorder zugreift.

7. Vergessen Sie nicht das Zubehör!

Zu allen Kameras gibt es verschiedene Halterungen im Zubehör (Im Webshop finden Sie unter den jeweiligen Kameras die dafür passenden Halterungen): Wand-, Decken-, Mast- oder Eckhalterungen. Bis auf einige Ausnahmen ist die passende Halterung notwendig, um die Kamera richtig zu platzieren. Einige Halterungen haben einen sogenannten "Anschaltkasten", in dem sich alle Kabel wetterfest unterbringen lassen.

Der richtige Installationsort der Kamera - Lichtbedingungen und Objektgrößen

1. Der größte Feind: Gegenlicht

Für eine optimale Videoqualität sollte der Richtige Platz für die Kamera sorgfältig ausgewählt werden. Bevor die Löcher für die Halterung gebohrt werden und das Kabel fest verlegt wird, sollte man den Kamerastandort auf mögliche Gegenlichtquellen hin überprüfen.

a. Sonnenverlauf:
Wenn die Sonne im Laufe des Tages in das Objektiv einfallen sollte, ist jede noch so gute Kamera überfordert. WDR-Technologie und Gegenlichtkompensation können bestimmte Arten von Gegenlicht ausgleichen, aber eine direkte Sonneneintrahlung führt in den meisten Fällen zu unbrauchbaren Bildern. Versuchen Sie deshalb die Kamera nie ins Sonnenlicht zu richten und bedenken Sie den Lauf der Sonne. Selbst wenn Sie die Kamera weiter nach unten schauen lassen, kann es passieren, dass die am Abend tiefstehende Sonne einfällt und jede Beobachtung durch die Kamera verhindert. Den optimalen Standort zu finden kann etwas Geduld erfordern, dafür erhalten Sie am Ende ein zufriedenstellendes Ergebnis.

b. Autoscheinwerfer, Straßenlampen und Hausbeleuchtung:
Am Haus montierte Außenstrahler lassen sich in die Wahl des richtigen Kamera-Standortes relativ leicht mit einbeziehen. Bei anderen Gegenlichtquellen, wie zum Beispiel Autoscheinwerfern, sollte man die Situation zuerst einmal beobachten, um auszuschließen, dass es zu direktem Lichteinfall kommt.

2. Bestimmung des zu überwachenden Bereichs

Bestimmen Sie zuerst den Bereich, den die Kamera abdecken soll. Hierzu ist es wichtig, den richtigen Winkel zu bestimmen. Bedenken Sie, dass Objekte kleiner werden, je größer der Winkel ist. Man hat zwar einen großen Bereich erfasst, kann aber die Objekte nicht richtig identifizieren.

Ein praktisches Hilfsmittel zur Bestimmung des richtigen Winkels finden Sie hier.


Anwendung: Die Brennweite des Objektivs können Sie oben ablesen. Sie suchen Ihren Standort mit Google Maps, und drücken dann "add camera". Die Kamera können Sie im Anschluss drehen und einstellen. Nach Eingabe des Sensors (bei den meisten Kameras ist es 1/3") und der Auflösung haben Sie das Ergebnis. Entsprechend der Brennweite suchen Sie die passende Kamera. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob der richtige Winkel gefunden ist, so wählen Sie eine Kamera mit variabler Brennweite wie zum Beispiel 2,7mm - 12mm. So können Sie manuell einen Winkel von 28° bis 92° einstellen. Einige Kameras haben auch ein motorisiertes Fokus/Zoom Objektiv: Bei diesen Kameras stellen Sie den Winkel ganz bequem von PC aus ein.

3. Installationshöhe

Bei einer Anbringung im Außenbereich sollte eine Höhe von mindestens 3 Metern gewählt werden, damit die Kamera nicht absichtlich oder unabsichtlich verdreht, abgedeckt oder beschädigt werden kann. Bei einer niedrigeren Installationshöhe wäre es für Einbrecher ein Leichtes, die Kamera zu sabotieren. Die Versorgungs- und Datenkabel sollten ebenfalls nicht erreichbar sein, idealerweise gar nicht oder kaum sichtbar. Im Innenraum ist diese Höhe oft nicht zu realisieren, aber dort ist die Höhe nicht so relevant wie im Außenbereich.

4. Stabile Montage

Damit die optimal justierte Kamera auch noch Jahre später den eingestellten Bereich beobachtet, ist die sichere und stabile Montage der Kamera wichtig. Die zu den Kameras passenden Halterungen sind stabil ausgeführt und verwinden sich nicht bei Sturm. Sie sollten mit 4 Schrauben gefestigt werden.